Profile der Norm

Ein Profil ist ein abgegrenzter Leistungsumfang der Norm, den eine Versicherung erfüllt. Die Norm kennt zwei Profile: das Basisprofil und das Profil Produktwissen. Das Profil Produktwissen baut auf dem Basisprofil auf. Ein Profil ist keine Schicht und keine Säule des Vokabulars (Schichten des Vokabulars), sondern schneidet quer durch beide: Es legt fest, was eine Versicherung anbieten muss, um das Profil zu erfüllen.

Der Anlass für zwei Profile: Nicht die ganze Norm lässt sich über die bestehenden SOAP-Services abbilden. Produktwissen liefern die alten Services nicht – das ist der Anlass dieses Vorhabens. Eine Versicherung kann daher mit dem Basisprofil beginnen, das sie über einen Wrapper erfüllt, und das Profil Produktwissen später oder gar nicht ergänzen.

Die Profile im Überblick

Profil Inhalt Operationsarten Über SOAP-Wrapper abbildbar

Basisprofil

Prozesse und Instanzen in KI-fähiger Syntax (OpenAPI, JSON-LD, MCP): Berechnung, Antrag, Konvertierung, Vertragsänderung, Statusmitteilung, Dokumente. Dazu das Prozesswissen: die Deklaration, welche der normierten Prozessvarianten die Versicherung umsetzt.

Auskünfte, Erzeugung, Ersetzung, Übergang und Ableitung mit ganzem Objekt – der OMDS-3-Stil. Folgeschritte in jeder Antwort.

Ja, ohne Änderung der Backendsysteme. Das Prozesswissen liefert der Wrapper als feste Deklaration der von ihm unterstützten Prozessvarianten. Das Basisprofil bleibt unbefristet gültig.

Profil Produktwissen

Basisprofil und zusätzlich Produktwissen: deklaratives Produktmodell, clientseitige Validierung mit SHACL-Constraints, Produktwissen zur Instanz in jeder Antwort.

zusätzlich Bearbeitung und Delta-Ableitung am aufbewahrten Entwurf.

Nein, echte Neuimplementierung; optional. Ein Wrapper kann es erfüllen, wenn er Produktwissen aus internen Systemen ergänzt.

Die Verteilung der Operationsarten auf die beiden Profile ist ein Vorschlag und noch nicht beschlossen (Operationsarten je Profil).

Basisprofil

Das Basisprofil ist die Untergrenze, keine Obergrenze. Es bringt gegenüber OMDS 3 zwei Vorteile: die KI-fähige Syntax und das Prozesswissen, das es in OMDS 3 nicht gibt. Ein Client oder KI-Agent erfährt zur Laufzeit, welche Prozessvarianten eine Versicherung umsetzt, statt es aus Dokumentation oder bilateralen Absprachen zu entnehmen.

Für die Antragsstrecke Kfz umfasst das Basisprofil die Operationen mit ganzem Geschäftsobjekt: die Tarifauskunft, Erzeugung und Ableitung von Offert und Antrag sowie den Übergang „einreichen“ des Antrags. Jede entspricht einer Operation der bestehenden SOAP-Services (calculateKfz, createOfferKfz, createApplicationKfz, submitApplicationKfz; Abbildung auf OMDS 3) und ist daher über einen Wrapper abbildbar.

Im Basisprofil kennt der Client das Produkt wie heute aus der Dokumentation. Produktwissen liefert das Basisprofil nicht.

Profil Produktwissen

Das Profil Produktwissen ergänzt das Basisprofil um alles, was der Client zur Laufzeit über das Produkt wissen muss:

  • die → Produktdefinition als deklaratives Produktmodell (Produktwissen),

  • in jeder Antwort, die eine Instanz enthält, das → Produktwissen zur Instanz: welche Bausteine an welcher Stelle einschließbar sind,

  • die schrittweise Bearbeitung einer Konfiguration am Entwurf und die Ableitung mit Änderungen (Delta-Ableitung),

  • die clientseitige Validierung mit den SHACL-Constraints des Produkts.

Zum Profil Produktwissen gehören damit alle Operationen, die über die Tarifauskunft und die Erzeugung aus ganzem Objekt hinausgehen, etwa die Produktauswahl, der Abruf des Produktwissens und die Bearbeitung am Entwurf.

Ob eine Versicherung den Entwurf einer Konfiguration am Server hält, bleibt eine deklarierte Eigenschaft des → Geschäftsfalls. Ein Wrapper, der den Entwurf selbst hält, darf die Bearbeitung auch im Basisprofil anbieten.

Profile im Raster der Säulen und Schichten

Die Profile schneiden quer durch die zwei Säulen des Vokabulars:

  • Das Basisprofil umfasst die Prozesssäule in allen Schichten (ohne die Operationsarten Bearbeitung und Delta-Ableitung) und die Struktursäule ohne Produktdefinition: Produktinstanzen (i: ohne i:basedOn), Risikoobjekte (risk:), Vertragsdaten und Rollen (ct:), die Fachbegriffe und Sparten der Norm und Schema.org.

  • Das Profil Produktwissen ergänzt in der Struktursäule die Produktdefinition (p:) und das Produktwissen zur Instanz, in der Prozesssäule die Bearbeitung am aufbewahrten Entwurf.

Wrapper und Neuimplementierung

Ein Wrapper kann beide Profile erfüllen (Einzelheiten: Abwärtskompatibilität):

  • Ein Wrapper Basisprofil bietet OpenAPI, JSON-LD und MCP, das Prozesswissen als feste Deklaration und in jeder Antwort die zulässigen Folgeschritte, aus dem Status der SOAP-Antwort abgeleitet.

  • Ein Wrapper Produktwissen liefert zusätzlich die Produktdefinition aus einem formalisierten Produktkatalog, in jeder Antwort das Produktwissen zur Instanz und den Entwurf am Server mit den Delta-Operationen; die SOAP-Services ruft er an den Übergängen.

Beide sind dieselbe Software – die Muster-Versicherung mit SOAP-Adapter –, der Wrapper Basisprofil ist der Sonderfall mit leerem Katalog. Das Basisprofil ist eine Untergrenze: Eine Versicherung, die ihr Produkt als Katalog formalisiert, erfüllt das Profil Produktwissen mit demselben Wrapper. Eine Neuimplementierung ist dafür nicht nötig.

Nachweis

Die → Selbsttests weisen aus, welche Profile eine Versicherung erfüllt, und listen die Lücken auf. Das öffentliche Konformitätsregister führt auf, welche Versicherung welche Profile erfüllt. Für Wrapper zeigt eine Gap-Analyse, welche Operationen des Basisprofils sich aus den vorhandenen WSDL-Definitionen bedienen lassen (Werkzeuge).

Weiterlesen